Die Geschichte des TVH

Vorstände des TVH von 1894 bis heute

1894 - 1899 Eugen Münzenmaier
1900 - 1902 Albert Spieth
1903 - 1906 Ernst Münzenmaier
1907 - 1922 Gotthilf Spieth
1922 - 1928 Paul Spieth
1928 - 1945 August Spieth
1945 - 1958 Ernst Kurrle
1958 - 1959 Kurt Otten
1959 - 1960 Hermann Münzenmaier
1960 - 1961 Egon Notdurft
1961 - 1974 Hans Münzenmaier
1974 - 1978 Werner Spieth
1978 - 1981 Franz Schwarz
1981 - 1984 Helmut Knebl
1984 - 1988 Bernd Zeh
1988 - 1990 Bärbel Noreikat
1990 - 1992 Bernd Zeh
1992 Hermann Beck
Turngarten
Turngarten

Der Beginn

Wir schreiben das Jahr 1894. Zar Nikolaus XI. wird in Rußland gekrönt, Dreyfus wird wegen Landesverrat verurteilt, Bruckner vollendet seine 9. Symphonie, die Weltausstellung in Antwerpen wird eröffnet, Baron de Coubertin gründet das Komitee für Olympische Spiele und ein Daimler Rennwagen gewinnt das Autorennen Paris - Rouen. In der Tat ein interessantes Jahr!

In Hegensberg, einer Gemeinde mit rund 650 Einwohnern, fassen Eugen Münzenmaier und seine Getreuen den Entschluss einen Turnverein zu gründen. "Dees wird doch nix, aber wenn's ebbes wird, mach i au mit". So stand man also dem Neuanfang gegenüber. Dennoch - am 02.07.1894 findet die Eintragung ins Vereinsregister statt.

Der erste Turngarten entstand im Hausgarten des "Traubenwirtes" (im Garten der Bäckerei Haubensak). Eine Haussammlung für die notwendigen Turngeräte - Barren, Pferd und Reck - erbrachte 23,05 Mark. Wahrhaft keine stattliche Summe.

Die Fahne
Die Fahne

1897 - Die ersten Jahre

Im Jahr 1897 besuchten dann die ersten "Eigengewächse" die Sportfeste in Reichenbach und Cannstatt und kehrten als Sieger auf den Berg zurück. 1904 wurde unter Vorstand Albert Spieth die Vereinsfahne geweiht und diese beim Gauturntag des Georgii-Gau vorgestellt. Diese Fahne wurde 1989 mit viel Liebe restauriert.

1913 schloss sich der Verein dem Schwäbischen Turn- und Spielverband an.

Vor dem 1. Weltkrieg galt der TV Hegensberg als einer der rührigsten Vereine des Gaues Neckar-Fils. Der erste Weltkrieg ließ die Aktivität auf ein Minimum schrumpfen, denn viele aktive Sportler mussten ins Feld ziehen. 14 Gefallene und 4 Vermisste hatte der Verein zu beklagen.

1919 - Nach dem 1. Weltkrieg

Frauengruppe
Frauengruppe

Nach dem Krieg waren es vor allem zwei Männer, die es vorzuheben gilt: Georg Schniepp und August Spieth. Mit der Ehrung der Gründungsmitglieder Karl Münzenmaier und Wilhelm Beutel schufen sie ein Vermächtnis, das in der Gründung eines Turnhallenfonds (60 Mark) seinen Niederschlag fand. Mehrere Veranstaltungen, so das Gauturnfest 1920, krönten die Arbeit dieser Männer der ersten Nachkriegsjahre.
Wie fortschrittlich der TVH war, zeigt die Gründung einer Frauenabteilung im Jahre 1919.

1922 - Der Turnhallenbau

Turnhallenbau
Turnhallenbau

Man schreibt das Jahr 1922. Der Turnplatz im Traubengarten und der Lindensaal fassen die Aktiven nicht mehr. Nach erfolgreichen Verhandlungen mit der Stadt erhält der TVH einen Platz im Gewann "Hühnerbühne". Der mit Mühe erstellte Geräteschuppen wird nachts aufgebrochen und dem "Pferd" wird das Leder abgezogen! Gedanken an einen sicheren, stabileren, größeren Neubau kommen auf - eine Turnhalle muss her! Jetzt wurde fleißig gearbeitet. Alle, ob Mann oder Frau, legten Hand an. Gutes Vesper und reichlich Most soll die "Arbeiter" bis um Mitternacht fit gehalten haben.

Nach vielen Jahren Arbeit konnte am 4. September 1927 dann der damalige Oberbürgermeister das Hegensberger "Schmuckkästlein " (20 x 12 m) auf der "Hühnerbühne" einweihen. Vorher gab es jedoch noch einen riesen Schreck: der große Dachaufbau hatte die Wände nach außen gedrückt. Das Bauwerk war in Gefahr einzustürzen. Retter in der Not war Schmied Fröhlich aus Kennenburg, der die berühmten, heute gehassten, Schlaudern rasch in der Turnhalle einziehen ließ.

Die Erfolge stellten sich bei Gaufesten und dem Deutschen Turnfest 1933 in Stuttgart beinahe selbstverständlich ein. Die Vereinsriege errang den 1. Preis und wurde mit Pauken und Trompeten in Hegensberg empfangen. Dies war ein "Ehrentag" für ganz Hegensberg. 1932 hielt der Handballsport seinen Einzug im TVH und ist seitdem aus dem Vereinsgeschehen nicht mehr wegzudenken.

Der 2. Weltkrieg und die Jahre danach

Platzweihe
Platzweihe

Der 2. Weltkrieg brachte die Aktivitäten der Turner, Turnerinnen, der Handballspieler und auch der Leichtathleten fast zum Erliegen. Nicht die Kinder fehlten, aber die aktiven "Vorturner" fehlten immer mehr. 23 Kameraden sind gefallen, 9 Vermisste sind zu beklagen.

1928 übernahm der unvergessliche August Spieth die Leitung des Vereins. Ihn löste 1945 Ernst Kurrle für 13 Jahre ab. Beiden Männern muss der Verein für Ihre Arbeit danken. Wer weiß, was mit dem TVH geschehen wäre, wenn diese Männer nicht ihre ganze Persönlichkeit und ihre Kraft zum Wohle der Allgemeinheit eingesetzt hätten.

1952 wurde der im Krieg als Acker genutzte Sportplatz als solcher angelegt. Dass dies gelang, war mit ein Verdienst von Otto Spengler, dem Vater von Siegfried Spengler. Er ließ nicht locker und knüpfte erfolgversprechende Fäden über Dr. Paul Eberspächer mit der Stadtverwaltung. Nach langen Verhandlungen war der Erfolg beschieden und es wurden 1800 m Drainagerohr in Eigenleistung verlegt, eine 100m-Bahn und eine Weitsprungbahn fertiggestellt. Im Juni 1953 konnte das "Werk" durch die gauoffenen Wettkämpfe eingeweiht werden.

1960 - 1970

Neuer Anbau
Neuer Anbau

Die Deutschen Turnfeste in Hamburg und München, die Landesturnfeste in Heilbronn, Göppingen, Ebingen und wiederum das Deutsche Turnfest in der geteilten Stadt Berlin 1968 wurden von den Aktiven des TVH besucht, wobei eine stattliche Anzahl von Turnfestsiegern heimkehrte.

Dann war es wieder an der Zeit, eine bauliche Änderung vorzunehmen: Umkleideräume, Toiletten, Dusch- und Geräteräume wurden 1964 in Angriff genommen. Zahlreiche Helfer - allen voran "dr Super" Werner Spieth - konnten 1967 unter Vorstand Hans Münzenmaier den von Siegfried Mühleisen entworfenen Neubau, der sich als Nebengebäude an unsere Turnhalle anschließt, mit einem "Tag der offenen Tür" einweihen. Die immer größer werdenden Abteilungen nahmen die Erneuerungen rasch in Besitz. 13 Abteilungen von "Mutter und Kind" bis zur Ski- und Wanderabteilung umfasste die Palette der Angebote. Der Verein war auf über 800 Mitglieder angewachsen.

Eine Neuheit hatte der TVH in seinem dafür geschaffenen Gymnastikraum zu bieten. Es gab erstmals eine Sportförderstunde, bei der die etwas "schwerfälligen und koordinationsschwachen Kinder" gezielt "beturnt" wurden.

1970 - 1980

1977 wurde eine Volleyballgruppe ins Leben gerufen. Nach den Anfangsschwierigkeiten übernahmen Frau Michalski und Frau Swoboda die Trainingseinheiten und bald stellten sich bei einer aktiven Frauenmannschaft die ersten Erfolge ein.

1980 - 1990

Hallensportfest
Hallensportfest

1981 übernahm Helmut Knebl das "Steuer" des Vereinsschiffes und zwei Jahre später leitete Franz Schwarz die Geschäfte für den Verein. In dieser Zeit wurde ein Bühnenraum und ein Jugendraum neu geschaffen. Zwei von außen zugängliche Geräteräume erleichterten den "Übungsbetrieb". Die Bauleitung und Planung für diese Erneuerungen lag in den bewährten Händen von Werner Spieth.

Zum 90. Geburtstag des Vereins übernahm ein "alter Hegensberger", Bernd Zeh, das Steuer des Vereins. Seine Bilanz zum Geburtstag waren 900 Mitglieder, 35 Trainingseinheiten und 14 Abteilungen, wobei als neuer Spross die Basketball-Abteilung zur Vereinsfamilie hinzukam.

Das Turnfest in Ulm mit dem 1. Platz von Siegfried Spengler rundete das Jubiläumsjahr ab. Seine Erfolge sind weit über die Landesgrenzen bekannt. Er ist mehrfacher Württembergischer und Deutscher Meister.

1987 stellte sich der Verein beim Esslinger Hallensportfest vor. Von den Kleinkindern bis zu den Frauengruppen und den ballspielenden Abteilungen trugen alle zum Gelingen bei. "Was der Turnverein Hegensberg bot, war und ist nicht zu überbieten". Dies waren die anerkennenden Worte von Paul Kenner. Bei dieser Veranstaltung hat sich gezeigt, was ein Verein zu leisten im Stande ist, wenn alle mitziehen.

Mit dem Jahre 1988 hatte der Verein die Mitgliederzahl von 930 erreicht. Frau Bärbel Noreikat übernimmt die Arbeit des Vorstandes. Zur Entlastung von ihr und dem 2. Vorsitzenden wird eine Schreibkraft stundenweise im Geschäftszimmer eingesetzt.

1990 - 2000

Festwoche
Festwoche
100-Jahr-Feier
100-Jahr-Feier

Der lange gehegte Wunsch, die Sportplatzanlage neu zu gestalten, wird in die Tat umgesetzt: Erneuerung der 100m Bahn auf eine 4-spurige Tartanbahn, Sanierung des Rasenplatzes und Neuanlage eines Hartplatzes von 25m x 50m. Die Finanzierung der 500.000 DM teuren Baumaßnahme bedurfte einer gewaltigen Kraftanstrengung des TVH. Vorstandschaft, Abteilungsleiter/innen und Mitglieder, vor allem der unermüdliche Rolf Beutel, fördern, planen und helfen beim Bau der Außenanlage mit. Mit einer gelungenen Festwoche vom 22.-30. Juni 1991 kann das Werk eingeweiht werden.

Im März 1992 wurde Bernd Zeh von Hermann Beck als Vorstand abgelöst. Ein neuer Büroraum erleichtert seither der Vorstandschaft die Arbeit und die neuen Pächter der Vereinsgaststätte, Herr u. Frau Mack, sorgen für das leibliche Wohl der TVH'ler und ihrer Gäste.

1994 wurde mit einer Festwoche das 100-jährige Jubiläum begangen. Die Tausend-Mitgliedergrenze wurde überschritten und Hermann Beck, amtierender 1. Vorsitzender, wird als 18. Vorstand der 100-jährigen Vereinsgeschichte vermerkt.

2000 - 2012

TVH-Beachfelder
Sporthalle Römerstraße

 Nach jahrelangem Tauziehen ist es am 1. April 2000 endlich soweit: der TVH und der benachbarte TV Liebersbronn gehen im Handballsport eine Kooperation ein und gründen die SG Hegensberg/Liebersbronn. Kurz darauf nimmt die erste weibliche Jugendmannschaft ihr Training auf.

Mittlerweile ist der Verein auf rund 1300 Mitglieder angewachsen, was leider immer mehr an die Grenzen der Esslinger Hallenkapazitäten stößt. Neben der sportlichen Angebotserweiterung (z.B. Step-Aerobic oder Tai Chi) werden vor allem von den älteren Mitgliedern zunehmend die kulturellen Veranstaltungen des Teams "Aktiv(er)leben" begrüßt, während sich die Jüngeren auf "ihre" Jugendfreizeit in Gomadingen freuen.

Am 26. Juni 2004 setzte der TVH mit der Einweihung des Beachhandball- und Beachvolleyballfeldes seine konsequente Weiterentwicklung fort. Das Interesse am Beachsport ist so groß, dass im Jahr 2009 die Anlage um ein weiteres Feld vergrößert wurde.

Im Jahr 2012 erfolgt ein weiteres Highlight: die Einweihung einer spielgerechten Sporthalle auf dem Berg. Über 30 Jahre haben Mitglieder, Vorstände und Politiker um diese Halle gekämpft - nun ziert das "Schmuckkästlein" des Architekturbüros Glück + Partner die Römerstraße 11 gegenüber dem Jägerhaus. Mit einem fulminanten Einweihungswochenende am 19./20. Mai 2012 feierten die Bauherren TV Hegensberg und TV Liebersbronn als Hallen GbR "ihre" Halle.

 

Mit der Verabschiedung der Eheleute Adelheid und Werner Mack in den Ruhestand geht eine 20-jährige Ära in der Geschichte unserer Vereinsgaststätte zu Ende. Achim Jedamczik übernimmt ab Oktober 2012 - nach einem gelungenen Umbau der Räumlichkeiten - das "Bergeck".

 

 

2015

Mit dem jüngsten Highlight soll die Chronik des TVH vorläufig beendet werden:bei der Jahreshauptversammlung wird eine Radsportabteilung gegründet, die sich zur Aufgabe gemacht hat, in Esslingen eine Mountainbike-Strecke zu bauen. Bereits nach kurzer Zeit hat die Abteilung über 100 Mitglieder aus Esslingen und Umgebung.