18.05.2015 13:48 Alter: 5 yrs
Kategorie: Freizeitangebote

Kunstgenuss im Grünen

Team Aktiv(er)leben im Turnverein Hegensberg erkundet das Stuttgarter Lapidarium


Ein Ausflug ins Grüne soll es sein, erbaulich für Körper und Geist zugleich – und das Ziel muss leicht zu erreichen sein. Die Aufgabenstellung für den Frühjahrsausflug des Teams Aktiv(er)leben im Turnverein Hegensberg klingt immer schwierig bis kaum erfüllbar. Aber nicht für Susi Feller und Erika Jungk, die  sich als Organisatoren regelmäßig und lustvoll dieser Aufgabe stellen.  Die Lösung: Ab in die Landeshauptstadt! Denn in Stuttgart liegt in einem verwunschenen Garten ein steinernes Bilderbuch zur Stadtgeschichte: das Lapidarium.

 

Einziges Wagnis: Würden die knapp 30 Teilnehmer trotz Lokführerstreik und ausgedünntem S-Bahn-Notfahrplan die Renaissance-Gartenanlage im Stuttgarter Süden (S-Bahn-Halt Feuersee) auch erreichen? Sie haben es – wenngleich leicht verspätet. Und mit Frau Ullrich stand der Exkursion eine sach- und fachkundige Expertin zur Seite.

 

Unterhalb der Karlshöhe gelegen, ist das  städtische Lapidarium (von lateinisch lapis „Stein“) ein geradezu verwunschener Ort. Die grüne Oase mit ihren Skulpturen und verschlungenen Wegen versetzt Besucher um rund 100 Jahre in die Vergangenheit zurück und bezaubert durch ihre Ruhe und zeitlose Romantik. Bei einem Rundgang durch die terrassenartige Anlage, die früher zum Park der Villa des Fabrikanten Gustav Siegle gehörte, begegnet man mehr als 300 Bauplastiken, Skulpturen und Inschriften von abgerissenen oder durch den Krieg zerstörten Stuttgarter Bauten.

 

Herausragende Objekte sind die Jaspis-Schale aus dem Besitz der Königin Olga (1858), die Eingangsfassade vom Wohnhaus des Baumeisters Heinrich Schickhardt oder das Portal der großen Mühle in Berg. Weitere Glanzstücke: die vom berühmten  Klassizismus-Bildhauer Johann Heinrich Dannecker geschaffene Quellnymphe in einer Marmorkopie von 1886 und der Zinkguss seiner berühmten Wasser- und Wiesennymphe. Carl von Ostertag-Siegle (ein Schwiegersohn Gustav Siegles) ließ 1905 den Villengarten neben seinem Wohnhaus anlegen und brachte dort seine Sammlung von mehr als 200 römischen Bruchstücken unter. 1950 erwarb die Stadt Stuttgart den Park und richtete das Lapidarium ein.

 

Kunstgenuss unter freiem Himmel macht hungrig und durstig. In der nahegelegenen Dinkelacker-Brauereigaststätte regenerierten die Aktiv(er)leben-Ausflügler schnell, bevor sie sich wieder in die streikbedingt übervolle S-Bahn nach Esslingen zwängten.